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Schwarze Pädagogik im Rheinland

 

LVR-Heimkinderstudie als Buch und Broschüre erschienen / Untersuchung der Bedingungen in Heimeinrichtungen des LVR und die Rolle des Landesjugendamtes vom Kriegsende bis in die 1970er Jahre

 

Köln. 26. November 2010. Mit seiner Heimkinderstudie hat der Landschaftsverband Rheinland (LVR) die Vorgänge in seinen JugendhilfeEinrichtungen und die Rolle des Landesjugendamtes (LJA) als Heimaufsicht im Zeitraum vom 1945 bis in die 1970er Jahre untersucht. Sie ist nun im Klartext-Verlag erschienen. Die Buchveröffentlichung umfasst rund 600 Seiten und ist für 34,95 Euro im Buchhandel erhältlich (ISBN 978-3-8375-0475-0). Flankiert wird sie von einer kostenfreien Broschüre, die eine Zusammenfassung der Studie und einen Artikel zur Heimerzeihung heute beinhaltet. Die Gesamtstudie und ein Film zu beispielhaften Angebote der stationären Jugendhilfe befinden sich auf einer DVD, die der Broschüre beiliegt. Die Broschüre ist zu beziehen über www.lvr.de/app/Publi/

 

 

Das 185.000 Euro teure Projekt startete 2008 und hat erstmals die Geschichte der Heimerziehung in der Zuständigkeit eines bundesdeutschen Landesjugendamtes in Blick genommen. Autoren sind unabhängige Wissenschaftler verschiedener Universitäten: Sarah Banach (Uni Siegen), Andreas Henkelmann (Uni Bochum), Uwe Kaminsky (Uni Bochum), Judith Pierlings (Uni Siegen) und Thomas Swiderek (Uni Wuppertal). Die Studie identifiziert eine verspätete Modernisierung als Kernproblem. Diese resultierte - so die Forscherinnen und Forscher - vor allem aus einer strukturellen Unterfinanzierung sowohl des Landesjugendamtes als auch der Einrichtungen. Ebenfalls wird konstatiert, dass das LJA wie auch die Heim-Einrichtungen des LVR für ein Ordnungsdenken standen, das den Jugendlichen als Störfaktor wahrnahm und äußerst repressive Seiten hatte. Obwohl rechtliche Regelungen ausdrücklich auf Erziehung abzielten, behielt die Heimerziehung in der Praxis einen stark diskriminierenden und strafenden Charak

ter. Seit der LVR-Studie kann nicht mehr bestritten werden: Schwarze Pädagogik gab es auch im Rheinland und in den Einrichtungen des LVR. Je weiter zurück, desto häufiger.

 

 

Prof. Dr. Jürgen Rolle, Vorsitzender des LVR-Landesjugendhilfeausschusses und LVR-Jugenddezernent Reinhard Elzer: "Wir sind froh, die Studienergebnisse nun in Buchform vorliegen zu haben. Denn Politik und Verwaltung des LVR sind sich einig, dass den ehemaligen Heimkindern Gerechtigkeit widerfahren muss. Dazu gehört zunächst einmal eine Aufarbeitung und Entschuldigung. Jetzt erhoffen und erwarten wir eine bundeseinheitliche Regelung zur Frage der Entschädigung vom Runden Tisch in Berlin. Sie ist für den kommenden Monat angekündigt."

In der fraglichen Zeit war der LVR Träger von sechs Landesjugendheimen: Erlenhof (Euskirchen), Fichtenhain (Krefeld), Halfeshof (Solingen), Dansweiler Hof (Freimersdorf, später Abtshof Hennef), Haus Hall (Ratheim) sowie Viersen. Die Belegungszahlen beliefen sich auf jährlich rund 1.000 Kinder und Jugendliche. Ab 1961 war der LVR zudem für die Heimaufsicht im Rheinland zuständig.

 

Ihr Ansprechpartner für redaktionelle Rückfragen

 

Christophe Göller

LVR-Kommunikation